Interview mit Christian Jasper

An Heiligabend fand im vergangen Jahr wieder eine Aktion für Leiter und Ehemalige nach der Christmette statt. Dieses Mal gab es neben Weihnachten noch einen weiteren Anlass, denn Christian Jasper verabschiedete sich von den Messdienern. Wir haben ihn natürlich nicht einfach gehen lassen, ohne vorher ein Interview zu führen.

KASIMIR: Du warst 18 Jahre Messdiener an St. Johannes. Wieso ist jetzt Schluss damit?

CHRISTIAN JASPER: Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen bin ich mittlerweile seit gut acht Jahren – seit dem Beginn meines Studiums – ne kölsche Jung und komme immer seltener nach Oelde. Deswegen konnte ich mich zuletzt kaum noch so bei den Messdienern engagieren, wie ich es gerne gewollt hätte. Zum anderen ist irgendwann einfach der Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung an Jüngere weiterzugeben! Ich wollte nie als graue Eminenz bei den Messdienern alt werden. In Köln sagt macht: „Maach et joot, ävver nit zo off.“

 

KASIMIR: Als du Mini wurdest, konnte ich noch nicht einmal laufen. Wie verlief deine Miniaufnahme und was war in der Zeit noch anders bei den Messdienern?

CHRISTIAN: Beim Ablauf der Mini-Aufnahme hat sich nur wenig verändert: Die offizielle Aufnahme fand morgens in der Kirche statt und nachmittags ging es dann im Paulusheim weiter. Ich glaube, das Motto war damals „Wilder Westen“, aber sicher bin ich mir da nicht mehr… Genau erinnere ich mich allerdings noch, dass ich am Ende der Messe meinen ersten „Kasimir“ überreicht bekam – schon damals fand ich ihn ziemlich spannend und gut gemacht!

KASIMIR: Später konnte man im „Kasimir“ lesen, dass der Computer zu deinen Hobbys gehört. War das die Zeit, als du für das Layout unserer Messdienerzeitung zuständig warst?

CHRISTIAN (verwundert): Oh, den Computer habe ich als Hobby angegeben? Mittlerweile zählt er für mich als Jurist wohl eher zum beruflichen Arbeitsmittel und ich bin froh, wenn ich mal ohne ihn auskomme. Damals war ich aber beim „Kasimir“ in der Tat einer der ersten, der das gesamte Layout am PC gemacht hat. Bis dahin hatte die Redaktion die Ausgaben mit Schere und Pritt-Stift in mühevoller Kleinarbeit zusammengeklebt und dann kopiert.

KASIMIR: Mit dieser Liebe zum Computer hast du die Messdiener auch ins Internet gebracht. Wann gab es die erste Homepage und wie kamst du darauf, eine Webseite zu erstellen?

CHRISTIAN: Kaplan Andreas Ullrich [heute Militärpfarrer in Münster] hat im Jahr 2000 ein paar Jungs gefragt, ob wir uns nicht um eine Messdiener-Homepage kümmern wollten. Gesagt, getan. Ganz selbstbewusst haben wir die Domain messdiener-oelde.de reserviert, die ersten Seiten erstellt und schon war unsere Messdienergemeinschaft online.

KASIMIR: Natürlich gibt es seitdem viel mehr technische Möglichkeiten, aber was hat sich an der Internetpräsenz verändert und welche Veränderungen wünschst du dir für die Zukunft?

CHRISTIAN: Ich wünsche mir, dass die Homepage weiterhin mit so viel Liebe und Herzblut gepflegt wird wie derzeit! Die aktuellen Besucherzahlen der Seite kenne ich zwar nicht, aber es waren früher schon mehrere hundert pro Monat. Ich selbst schaue immer mal wieder auf der Seite vorbei, um von Köln aus zu sehen, was in St. Johannes los ist, und ich weiß, dass auch andere so machen. Weiter so!

KASIMIR: Von 2006 bis 2011 warst du Chefredakteur des „Kasimir“. Gibt es aus dieser Zeit eine nette Anekdote, die du uns kurz erzählen möchtest?

CHRISTIAN: Viele Jahre lang habe ich den „Kasimir“ immer in einem Kölner Copy-Shop drucken lassen und musste ihn dann noch von Hand falten. Dafür bot sich natürlich die Zugfahrt von Köln nach Oelde an. So saß ich also mit einem riesigen Stapel Papier im Zug und faltete. Schnell wurden Passagiere um mich herum aufmerksam und fragten, was ich denn da tue. Ich erklärte also, was es mit dem „Kasimir“ auf sich habe. Eine ältere Frau, die mir gegenüber saß, hörte sich alles aufmerksam an und sagte dann: „Junger Mann, ich finde ja toll, was Sie da machen, mich stört nur der Name der Zeitung. Ich fragte: „Aha, wieso das denn…?“ Darauf die Dame: „Mein Sohn heißt auch ‚Kasimir‘ und ich stelle mir gerade vor, wie Sie den zusammenfalten würden.“

KASIMIR: Wenn ich dich für eine Ausgabe des Kasimirs engagieren würde, welche Aufgabe übernähmest du dann, die eines Redakteurs oder lieber die des Layouters?

CHRISTIAN: Wenn ich vor Ort in Oelde wäre, auf jeden Fall die eines Redakteurs. schmunzelnd: Ich habe schon ein großes Mitteilungsbedürfnis, das ich besser in Texten als im Layout umsetzen könnte.

KASIMIR: Wie geht es jetzt für dich nach deiner Messdienerzeit weiter?

CHRISTIAN: Zum Glück behalte ich ja viele schöne Erinnerungen an die Messdienerzeit und hoffentlich auch ein paar Kontakte! Daneben wird sich zeigen, ob und wie ich noch in St. Johannes aktiv werde… So ein paar Projekte würden mir da durchaus einfallen… Fest steht in jedem Fall, dass es für mich nicht weitergeht, ohne meinen Glauben irgendwie zu leben: Besonders durch die Messdiener habe ich gemerkt, wie viel Freude es machen kann, gemeinsam an eine Sache zu glauben und sich dafür zu engagieren, mit wie viel Spaß man zusammen feiern kann, wie jung die Kirche sein kann… Bei den Messdienern habe ich Erfahrungen gesammelt, die mich mein ganzes Leben lang prägen werden.

KASIMIR: Die folgende Frage hast du schon oft gestellt, aber wahrscheinlich hast du sie noch nie für den „Kasimir“ beantwortet. Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

CHRISTIAN: Das stimmt! Ich würde 1. gute Freunde, 2. interessante Bücher und 3. meine Gitarre mitnehmen, um endlich mal ordentlich spielen zu lernen und um immer gute Musik da zu haben.

Benedikt Alberternst

 Von der "Kasimir"-Redaktion erhielt Christian ein kleines Geschenk zur Erinnerung an die tolle Zeit und besonders an die unzähligen "Kasimir"-Ausgaben. Wer auch mal ein bisschen stöbern möchte, kann sich hier den "Kasimir" mit gesammelten Werken ansehen.

 

 

Auch Michael Jasper bekam Weihnachten ein Geschenk von der Leiterrunde. Er hatte vor geraumer Zeit bereits seinen Ausstand gegeben: