Tolle Mentalität: Applaus in der Predigt

Fabian Stoffers in Uganda

KASIMIR: Fabian, du lebst zurzeit in Uganda. Wo genau wohnst du dort und was machst du in Ostafrika?

FABIAN STOFFERS: Ich wohne in der Stadt Hoima, wo sich die Geschäftsführung der Uganda Kolping Society (UKS) befindet. Dort arbeite ich im Internetcafé.
Ich lebe in einer Gastfamilie. Diese kenn ich auch schon seit 2009, da mein Gastvater für eine Woche in unserer Familie in Oelde gewohnt hat. Er ist der Geschäftsführer von der UKS und sein Frau die Bürgermeisterin von Hoima. Deshalb bin ich in Hoima auch sehr gut vernetzt und jeder kennt mich. Man fühlt sich wie ein Promi.

KASIMIR: Wie heißt das Programm, über das du nach Uganda gekommen bist?

 

FABIAN: Ich wurde für das Jahr von Kolping Deutschland im Rahmen des Mittelfristigen Freiwilligen Dienstes (MfD) entsendet. Das Ziel dabei ist der kulturelle Austausch. 

KASIMIR: Warum hast du ausgerechnet Uganda für deinen Aufenthalt gewählt?

FABIAN: Das ergab sich durch Matthias Knauff, der letztes Jahr von der Kolping-Diözese Münster eine Jugendbegegnungsreise nach Uganda angeboten hatte, an der ich auch teilgenommen habe. Auf dieser Reise war ich so begeistert vom Land, dass ich mir geschworen habe, nochmal wiederzukommen. Dass es dann gleich für eine so lange Zeit wird hätte ich nie gedacht, noch geplant.

KASIMIR: Inwiefern kannst du den Menschen im Internetcafé helfen? Mit welchen Problemen kommen sie auf dich zu?

FABIAN: VIELE Menschen in Uganda sind sehr arm. Daher haben sie meist keinen PC zu Hause, wie das in Deutschland so üblich ist. Dadurch haben die Menschen mit vielen Sachen Probleme. Beim Ausdrucken, Scannen von Dokumenten oder Bildern und bei Registrierungen für E-Mail-Konten oder Facebook kann ich den Leuten beispielsweise helfen.

KASIMIR: Du bist schon seit fast drei Monaten in Hoima. Ursprünglich solltest du in einem anderen Projekt arbeiten. Wieso hat das nicht geklappt?

FABIAN: Im ersten Projekt fand ich eine Schule vor, die zehn Kilometer vom nächsten Dorf mit 500 Einwohnern entfernt ist. Die Schule hatte ganze 20 Schüler und drei Lehrer. Es war eine Schule, in der auf der lokalen Sprache Automechaniker, Maurer und Näherinnen ausgebildet wurden. Da ich weder von der lokalen Sprache etwas verstand und von den Berufen an sich auch nichts, konnte ich nichts unterrichten. Geplant war in den Augen des Projektpartners, dass ich das Finanzielle der Schule regel, wobei ich das, von meiner Organisation aus, aus rechtlichen Gründen gar nicht machen darf.

KASIMIR: Wie sieht es eigentlich mit der Sprache aus? Welche Sprache(n) sprechen die Menschen in Uganda? Verstehst du sie immer?

FABIAN: Der Großteil der Menschen spricht fließend Englisch, da Uganda bis vor 51 Jahren eine englische Kolonie war, aber die Afrikaner haben einen sehr eigenen Akzent. Gut vergleichbar mit Bayrisch in Deutschland. Darum muss ich teilweise noch ziemlich häufig nachfragen.

Die lokale Sprache ist Runyoro. Es gibt noch ca. 50 andere Sprachen, wovon noch ca. fünf in größeren Regionen gesprochen werden. Alles andere sind Sprachen von Stämmen. Die Stämme sprechen aber meist auch noch eine der fünf verbreiteteren lokalen Sprachen.

KASIMIR: Auch das Essen stell ich mir anders vor. Was kommt in Uganda denn so auf den Tisch?

FABIAN: Es ist sehr anders! Findet mein Magen auch... Bei jeder Mahlzeit, also dreimal täglich, ist Matoke mit dabei. Matoke besteht aus Kochbananen, die in den eigenen Blättern stundenlang gekocht werden. Der Geschmack ist schwierig zu beschreiben. Mir schmeckt es leider nicht. Außerdem wird sehr gerne Reis mit Bohnen serviert. Fleisch gibt es nicht so häufig, da es sehr teuer ist.

KASIMIR: Du bist ja vom Kolping in Uganda. Was spielt die Kirche dort für eine Rolle und inwiefern gibt es Unterschiede zur Messfeier in Deutschland? Gibt es eigentlich auch Messdiener?

FABIAN: Die Kirche spielt eine riesen Rolle in Uganda. Der Großteil der Leute ist christlich. Die Kirche ist auch immer rappel voll, wie es in Deutschland nur zu Weihnachten und Ostern zu sehen ist. Unterschiede gibt es so einige: die Predigt ist länger als die von Pastor Kemper und Kaplan Peters zusammen. Unter 30 Minuten geht da kaum was, aber die Leute mögen es und applaudieren dann auch recht häufig während der Messe und auch während der Predigt.
Die Messe ist deutlich lebendiger als die, die wir so kennen. Man sieht Kinder aber auch Erwachsene nach der Kommunion tanzen. Die Leute klatschen zum Beispiel viel und schwenken die Arme beim Halleluja.
Messdiener gibt es hier auch. Der Unterschied ist nur, dass sie alle Priester werden oder werden wollen. Und trotzdem sind es jeden Sonntag andere! In Uganda gibt es auch ein Priesterproblem, nur  halt in die andere Richtung.

KASIMIR: Was gefällt dir besonders in Uganda und gibt es auch Dinge, die dir manchmal fehlen?

FABIAN: Die Messgestaltung ist toll. Auch die Natur und die Mentalität der Leute gefallen mir sehr gut! Was mir fehlt? Eine warme Dusche, das deutsche Essen und manchmal auch der Strom, der hier öfters ausfällt. Außerdem wäre ich gerne mit ins Herbstlager gefahren. Mal abgesehen davon habe ich aber schon eine sehr interessante und erfahrungsreiche Zeit hier in Uganda erlebt!

Benedikt Alberternst

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