Thomas Berger: Auf dem Weg zur Priesterweihe

KASIMIR: Herr Berger, Sie sind nun seit fast zwei Monaten Diakon. Welche Aufgaben haben Sie in dieser Zeit schon übernommen? Was wird noch auf Sie zukommen?

THOMAS BERGER: Vor sieben Wochen war meine Weihe und in der Zeit hat sich viel getan. Ich habe viele Aufgaben schon übernehmen dürfen. Als Diakon darf man Menschen beerdigen, Kinder taufen und Paare trauen. Letzteres durfte ich jetzt am Wochenende zum ersten Mal tun. Ein befreundetes Ehepaar von mir hat sich getraut und ich durfte assistieren. Beerdigt habe ich schon mehrere Oelder. Auch die Arbeit mit den trauernden Angehörigen macht mir viel Freude. Aus meinem früheren Beruf heraus hab ich da ein bisschen Erfahrung. Das ist eine sehr schöne seelsorgerische Aufgabe. Taufen werden noch kommen in den nächsten Wochen. Neben den sakramentalen Aufgaben bin ich natürlich auch in der Jugendarbeit sehr aktiv, unter anderem bei euch in St. Johannes.

KASIMIR: Nach der Diakonweihe steht nächstes Jahr Ihre Priesterweihe an. Was hat Sie dazu bewegt, Priester zu werden?

 

BERGER: Das ist eigentlich eine ziemlich lange Geschichte. Ich hab schon als Jugendlicher gemerkt, dass mich Kirche mehr interessiert als andere. Ich bin immer gerne in die Kirche gegangen, bin sehr katholisch erzogen worden und habe dann, als die Berufswahl anstand im neunten Schuljahr, schon der Berufsberatung gesagt, dass ich entweder Priester oder Altenpfleger werden möchte. Da hat die Frau etwas komisch geguckt. Meine Eltern waren auch erst mal der Meinung, ich sollte „was Vernünftiges“ lernen und ich bin dann Altenpfleger geworden und habe 16 Jahre in dem Beruf gearbeitet, was sehr schön war.

Der Gedanke Priester zu werden war allerdings nie ganz weg.  Vor sechs Jahren wurde es nochmal konkret, weil ich meinen Beruf aufgeben musste und mir überlegen musste: wo soll mein Leben hingehen? Was möchte ich tun? Dann habe ich den Schritt gewagt, ins Priesterseminar zu gehen und der Berufung, die ich schon lange gespürt habe, nachzugehen. Und nun bin ich froh, dass ich den Schritt gemacht habe.

KASIMIR: Sie sind ein überzeugter Katholik. Was schätzen Sie an der katholischen Kirche?

BERGER: Die Katholische Kirche ist auf der ganzen Welt verbreitet. Egal in welches Land ich komme, ich finde immer Menschen, die an Jesus Christus glauben. Die Katholische Kirche ist wirklich weltumspannend. Außerdem ist die Katholizität ist eine sehr freudige Angelegenheit. Man muss nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir dürfen in der Kirche lachen, wir dürfen fröhlich sein, wir dürfen feiern und das tun wir jeden Sonntag und das finde ich schön an der Katholischen Kirche.

KASIMIR: Was war Ihr schönstes Erlebnis mit der Kirche und mit dem Glauben?

BERGER: Ich hatte viele schöne Erlebnisse. Ich möchte die Weltjugendtage erwähnen. Mein erster Weltjugendtag war in Kanada, in Toronto. Es hat mich sehr beeindruckt, dort mit 800 000 Jugendlichen den Glauben zu feiern. Der Weltjugendtage in Köln (2005) und in Madrid (2011) waren ebenfalls total schön.

Ich erinnere mich aber auch an manche Gottesdienste, die mich sehr bewegt haben. Ein einzelnes Erlebnis würde ich da gar nicht nennen wollen.

Sehr intensiv war aber auch eine Begegnung mit Papst Benedikt, die ich zwar nicht persönlich hatte, aber bei der ich ihm sehr nah war: Wir haben vor einem Jahr unsere Abschlussfahrt vom Studium nach Rom gemacht und da durften wir bei der Audienz zehn Meter vom Papst entfernt sitzen. Er hat uns auch zugewinkt, als wir ihn angesprochen haben. Das war sehr schön.

KASIMIR: Zurzeit konzentriert sich alles auf Benedikts Nachfolger Papst Franziskus. Verfolgen Sie auch nach den ersten Amtstagen noch regelmäßig das Geschehen in Rom? Sind Sie dabei manchmal überrascht von seinem Handeln?

BERGER: Papst Franziskus hat mich vom ersten Moment an, als er auf den Balkon trat, sehr überrascht. Dass ein Südamerikaner Papst geworden ist, war ja schon etwas Besonderes. Noch mehr überrascht hat mich eigentlich sein Name, den er gewählt hat. Ich habe, man mag es glauben oder nicht, zwei Tage vor der Papstwahl gesagt: Der nächste Papst müsste Franziskus heißen, damit die Armut mal wieder ein bisschen mehr betont wird. Sein einfacher, schlichter Stil, den er fährt, gefällt mir sehr gut. Er geht auf die Leute zu, er hält sich nicht immer ans Protokoll, er spricht auch für die einfachen Leute.

Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, was denen am neuen Papst gut gefällt und viele sagten mir: „Dass er keine roten Schuhe trägt.“. Das ist zwar nicht mein Hauptanliegen, aber es ist mir natürlich auch sympathisch, dass er ganz normale Schuhe anhat. Papst Franziskus ist ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn und das gefällt mir gut und ich hoffe, dass er diesen Stil durchhalten kann, solange wie Gott ihm noch die Zeit schenkt dazu.

KASIMIR: Eine Ihrer Aufgaben ist auch die Jugendarbeit. Wie kann man heute noch junge Menschen für Kirche begeistern?

BERGER: Es hilft nichts, Jugendliche zu belehren und zu sagen: das müsst ihr! Ihr müsst jetzt in die Kirche gehen und ihr müsst daran glauben! Jeder muss seinen Glauben selbst finden und für sich entdecken, aber wenn man Vorbild sein kann im Glauben, also ein Glaubenszeuge für andere, dann ist das, das Beste, was man als Erwachsener machen kann. Und das versuche ich in der Arbeit mit Jugendlichen. Wenn das Menschen hilft, selbst ein Stück wieder über den Glauben nachzudenken, dann freut mich das.

KASIMIR: Schon seit einiger Zeit betreuen Sie auch die Messdienerarbeit. Was gefällt Ihnen an den Messdienern an St. Johannes und was könnten sie noch besser machen?

BERGER: Als erstes Mal möchte ich der Messdienergemeinschaft St. Johannes ein großes Lob aussprechen. Ich erlebe die Messdienergemeinschaft als einen starken Zusammenhalt von jungen Menschen. Ich erlebe das wirklich als eine Gemeinschaft, die eng zusammenarbeitet, zusammenhält und in der alles sehr gut organisiert ist.

Wo ich vielleicht Verbesserungsvorschläge hätte, ist einmal die Verlässlichkeit beim Dienen. Das ist in vielen Messdienergemeinschaften oft das Problem, das Leute, die aufgestellt sind, dann nicht kommen und das hab ich in St. Johannes auch schon erlebt. Ein anderer Punkt wäre, dass auch in Gruppenstunden inhaltlich gearbeitet werden sollte. Dass die Kirche mal Thema ist und dass nicht nur gespielt, gebacken und in den Freizeitpark oder so gefahren wird. Aber sonst: großes Kompliment! Ich bin gerne in St. Johannes bei den Messdienern.

KASIMIR: Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

BERGER: Als erstes würde ich einen Rosenkranz mitnehmen, weil er mir wirklich wichtig ist und da hätte ich immer was zu tun. Dann ein gutes Buch, da ich sehr gerne lese. Als drittes würde ich einen guten Freund von mir auf die einsame Insel mitnehmen. Dann wäre diese auch nicht mehr ganz so einsam!

Benedikt Alberternst

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