Neue Gewänder

Mancher Kirchbesucher hat sich an Weihnachten in der St.-Johannes-Kirche erstaunt die Augen gerieben. Und das nicht etwa, weil die Messdiener für die feierlichen Hochämter so viel Weihrauch verwendet haben, sondern weil sie neu eingekleidet waren: In rot-weißen Gewändern zogen die Omis da in die Kirche ein und haben so ganz besonders zur feierlichen Stimmung beigetragen.
Die Geschichte der neuen Gewänder ist lang: Schon seit Jahren fehlen Gewänder für die größeren Messdiener und manche der weißen Überwürfe trugen deutliche Spuren von Generationen von Messdienern. Also wurden unterschiedliche Modelle besichtigt und Finanzierungspläne geschmiedet.

Anfang September war es schließlich so weit: Pastor Kemper präsentierte in der Leiterrunde ein Modell, für das sich die Leiterrunde schließlich auch mit nur zwei Gegenstimmen entschied. Mit dem roten Rock, dem weißen Rochett und der roten Mozetta erinnert das neue Gewand ein bisschen an die Kleidung der Kardinäle und bekam von den Leitern daher schnell den Spitznamen „Little Bishop“.
Der Name Rochett stammt übrigens vom althochdeutschen Wort roccus „Rock“ ab und ist ein bis zu den Knien reichendes, gefaltetes und manchmal verziertes, weißes Leinengewand. Es erinnert an die weiße Albe, die Priester unter dem Messgewand tragen, und die wiederum an das weiße Taufkleid erinnert. Streng genommen ist das Rochett nur Bischöfen und Kardinälen vorbehalten, doch werden in Deutschland auch die Chorhemden der Messdiener so genannt.
Der Name der roten Mozetta stammt vom Italienischen Wort mozzo – abgeschnitten, gestutzt – ab und ist ein bis zu den Ellenbogen reichender, über dem Chorhemd getragener Schulterkragen.
Vorerst wurden nun dank finanzieller Unterstützung der Liturgiestiftung an St. Johannes Oelde zehn dieser neuen Gewänder angeschafft. Sie sollen nur von Omis und nur bei Hochfesten getragen werden, um die besondere Feierlichkeit sichtbar und damit sinnlich wahrnehmbar zu machen. Pastor Kemper ist mit Ergebnis sehr zufrieden. Er sagt: „Die Gewänder wirken noch festlicher und sie sind ein schöner Farbtupfer passend in unserem schlichten Altarraum.“  Dem schließt sich auch Katharina Wolf an. Sie findet: „Die Gewänder sind schon sehr schön, aber der Kragen hätte nicht sein müssen. Dann würden sie mir noch besser gefallen.“
Zufrieden sind auch David Röttgers und Lukas Fuest, die aber festgestellt haben: „Die neuen Gewänder sind etwas schwieriger anzuziehen. Das nimmt einfach viel Zeit in Anspruch.“ Deshalb gilt nun umso mehr: Mindestens zehn Minuten vor der Zeit, ist’s Ministranten-Pünktlichkeit!
Christian Jasper

Ein herzliches Dankeschön an die Liturgiestiftung St. Johannes Oelde und an alle, die den Kauf der neuen Gewänder ermöglicht haben!