Christian Hinse: Unsere Herberge für andere öffnen

Grußwort und Interview 

Liebe Messdienerinnen und Messdiener, liebe Eltern,
es ist wieder soweit: Der Advent hat begonnen. Die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Eine Vorbereitung, die mehr ist, als Plätzchen backen, Geschenke kaufen und Tannenbaum schmücken.

An Weihnachten ist Gott Mensch geworden. Er ist zur Welt gekommen, im Stall von Bethlehem. „Wieso denn in einem Stall?“, könnte man fragen. Ihr werdet die Geschichte sicherlich kennen und denken: „Weil in der Herberge kein Platz für sie war.“

Da wird die eben noch so uralte und immer gleiche Geschichte für mich plötzlich brandaktuell: Haben wir Platz für die Menschen, die zu uns kommen und unsere Hilfe brauchen? Es geht nicht direkt um die große Anzahl von Flüchtlingen, die wir aus dem Fernsehen kennen.

 

Fangen wir bei uns selbst an. Es geht zuerst um die Menschen, die direkt um uns herum leben, hier in Oelde. Um Freunde, Familie und Nachbarn. Die Menschen, die uns am Herzen liegen. Wenn wir diesen Menschen einen Platz in unserer inneren Herberge, in der Herberge des Herzens gewähren, dann kann Weihnachten werden. Denn dann begegnen wir Gott selbst, in unserem Nächsten.

Wir gehen auf Weihnachten und damit auch auf das Ende des Jahres zu. Das ist die Gelegenheit, Rückblick zu halten. Wenn ihr als Messdiener auf euer Jahr zurückschaut, fallen euch bestimmt viele schöne Momente und Aktionen ein. Es gab auch Veränderungen: Philip Peters hat Oelde verlassen, Christian Stenz, Pater Happel und ich sind neu in der Pfarrei. Ich habe erst einen kleinen Eindruck von dem, was ihr alles auf die Beine stellt. Ich freue mich schon jetzt, Teil der Messdienergemeinschaft St. Johannes zu sein.

Ich möchte das nahende Weihnachtsfest nutzen, um mich im Namen des Seelsorgeteams ganz herzlich zu bedanken: Für eure Teilnahme beim Üben, bei den Gruppenstunden, bei den Aktionen und nicht zuletzt natürlich für euren Dienst am Altar! Ihr erfüllt in den Gottesdiensten einen wichtigen und unverzichtbaren Dienst.
Wir Seelsorgerinnen und Seelsorger wünschen euch, euren Verwandten, Freunden und Bekannten von Herzen eine schöne Adventszeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Christian Hinse
Pastoralassistent

 

„Botschaft ist Kraftquelle geworden“

Kasimir: Welche Aufgaben hast du in der Pfarrei schon übernommen?
Christian Hinse: Ich habe gleich zu Beginn meiner Zeit hier einige Einschulungsgottesdienste gefeiert. Kürzlich habe ich die Kundgebung „Oelde steht auf“ mitorganisiert. In Zukunft werde ich bei einigen Gottesdiensten und Aktionen der Kommunionvorbereitung dabei sein. Über die gesamten drei Jahre werde ich auch die Jugendarbeit in Oelde mitgestalten.

Kasimir: Und bei den Messdienern?
Hinse: Bei den Messdienern arbeite ich in den Leiterrunden von St. Johannes, St. Joseph und St. Vitus Sünninghausen mit. Ich begleite die Aktionen und werde mit den Gruppen das Dienen üben.

Kasimir: Warst du auch Messdiener?
Hinse: Ja, ich war Messdiener, bis ich zum Studieren nach Paderborn gezogen bin. Außerdem habe ich mich in der Firmvorbereitung, bei der Landjugend und im Sachausschuss Jugend engagiert. All diese Dinge haben mir viel Spaß gemacht, sodass ich nach einer Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechaniker das Berufsfeld nochmal gewechselt habe. Damit wurde mein Hobby zum Beruf.

Kasimir: Was genau hat dir daran so gefallen, dass du nochmal gewechselt hast?
Hinse: An der Arbeit mit den Menschen und für die Menschen hatte ich großen Spaß. Ihre Geschichten und Lebenswege haben mich interessiert. Das war sozusagen der Türöffner. Die Botschaft Jesu Christi ist mir in dieser Zeit immer mehr zur Kraftquelle geworden.
In meiner ersten Ausbildung stellte ich nach einiger Zeit fest, dass dieser Kontakt mit den Menschen zu wenig vorkam. Außerdem wollte ich die Kraft des Evangeliums gerne mit anderen teilen und darüber ins Gespräch kommen.
Für die zweite Ausbildung habe ich mich dann nach einigem Hin- und Herüberlegen entschlossen. Jetzt geht es mir sehr gut damit. Und in Oelde fühle ich mich bisher sehr wohl.

Kasimir: Wie lange wirst du in Oelde sein? Was hast du vor für die Zeit?
Hinse: Meine Ausbildungszeit dauert drei Jahre. Im ersten Jahr mache ich an der Edith-Stein-Grundschule die Ausbildung zum Religionslehrer. Im zweiten und dritten Jahr habe ich ein Katechese-Projekt oder ein caritatives Projekt, die Einführung in den Beerdigungs- und Statio-Dienst (vergleichbar mit einer Predigt, Anm. d. Redaktion). Begleitet werden die drei Jahre in Oelde von regelmäßigen Studienwochen in Münster. Dort lerne ich dann das theoretische Wissen.

Kasimir: Nun, die schwierigen Fragen: Magst du lieber Weihnachten oder Ostern?
Hinse: Beides. Ostern allerdings etwas mehr, weil ich die Fastenzeit immer schon intensiver für meine persönliche, innerliche Vorbereitung auf das Fest nutzen konnte. In der Adventszeit fühle ich mich in jedem Jahr mehr von Werbung, Musik und vermeintlicher Besinnlichkeit überrollt.

Kasimir: Dein bevorzugtes Weihnachtslied ist…
Hinse: „Tochter Zion“.

Kasimir: Deine Hobbys, mal abgesehen von den Messdienern, sind…
Hinse: Lesen, Konzerte besuchen und reisen.


Das Interview führte
Benedikt Alberternst.